Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel. Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen. Ich will frei sein von Furcht. Ich will keine Gewalt anwenden. Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.”

Mahatma Gandhi

Ein Projekt zur Stärkung des Selbstwertgefühls an der Marc-Chagall-Schule in Mainz

Im Januar nahmen unsere Schulkinder zum ersten Mal am Projekt Mut tut gut teil. Das Konzept wurde von Polizei/ VHS Oberbergischer Kreis und Polizeisportverein NRW entwickelt und die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit wurde von der Uni-Köln evaluiert.

Ziel der Kurse ist es, das Selbstwertgefühl zu stärken. Kinder die selbstbewusst sind, sich angenommen und geliebt fühlen, halten auch einmal eine Ungerechtigkeit aus. Sie lassen sich nicht einschüchtern, sagen NEIN! oder holen Hilfe wenn es notwendig ist. Dies bezieht sich auf Situationen, in denen sie unter Druck gesetzt werden (ob nun von gleichaltrigen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen) etwas zu tun, was sie nicht wollen oder sich selbst in Gefahr zu bringen, z.B.: Drogen auszuprobieren, körperliche Gewalt einzusetzen, sich „komisch“ berühren zu lassen, Mutproben zu bestehen oder Mobbing zu erleben.

Außerdem soll über das aktuelle Klassenklima geredet werden und es sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden wie man dieses innerhalb der Klasse verbessern kann.

Trainingsinhalte für die Grundschulkinder sind unter anderem:

Regeln

wie wünsche ich mir, dass man mit mir umgeht, wie gehe ich mit anderen um

Ich

eigene Gefühle erkennen, eigene Grenzen erkennen, eigenen Selbstwert stärken

Du

Gefühle der anderen erkennen, Grenzen setzen, Nein sagen, Selbstwert des anderen anerkennen

Gute, schlechte, seltsame Gefühle und Geheimnisse

Gewaltformen, Intuition vertrauen, Handlungsalternativen in der Opfer- und Täterrolle, Konfliktbewältigung

Wir

Vertrauen und Verantwortung, Zusammenhalt, Unterstützung, Hilfe in Anspruch nehmen, Selbstbewusstsein stärken, Unterschied zwischen “Petzen” – “Hilfe holen” erarbeiten

Umgang mit Grenzen

Werte und Normen in der Gesellschaft, Rechts- und Unrechtsbewusstsein der Kinder stärken

Insgesamt 11 Stunden waren die TrainerInnen in jeder Klasse. Ihre jahrelange Erfahrung ermöglichte es, dass schnell eine vertrauensvolle Atmosphäre aufgebaut wurde und die Kinder sich auf die verschiedenen, teils sehr persönlichen Themen einlassen konnten. Begleitet wurde das Projekt von einem Onlineelternabend in dem den Eltern die Inhalte vorgestellt und Fragen beantwortet wurden.

Da die Woche allen Kinder und Kolleginnen viel Spaß gemacht und wertvolles Wissen vermittelt hat, wollen wir das Projekt auch im neuen Schuljahr fortsetzen. Hier werden bekannte Themen vertieft und neue Inhalte aufgebaut. So kann die gesamte Schulgemeinschaft langfristig im Alltag davon profitieren. Die Durchführung des Projektes ist nur durch die Zuwendungen des Bildungsministeriums und von Stiftungen möglich, wofür wir uns herzlich bedanken.